Arbeitsgemeinschaft der
Süddeutschen Mesnerverbände

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Grußwort bei der Festveranstaltung 100 Jahre Mesnervereinigung Bamberg mit Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der ARGE an H. H. Präses Prälat Wich

Verehrte Geistlichkeit, sehr geehrter Herr Prälat Wich, lieber Jürgen Hollmann, lieber Bernhard Kuhn, liebe Festversammlung!

Wenn ein Mesner heilig gesprochen werden würde und man ihm, wie jedem Heiligen, ein Attribut zuordnen wollte, um ihn von den anderen Heiligen unterscheiden zu können, welches Zeichen würde es wohl sein?
Eine Kerze? Ein Weihrauchfass? Ein Löschhorn?
Wenn es nicht zu dreist und anmaßend wäre, weil dieses Symbol schon ein anderer Heiliger, einer der bekanntestes noch dazu, als Erkennungszeichen in Händen hält, so wäre es vielleicht am Treffendsten, den heiligen Mesner mit dem Schlüssel darzustellen!
Der Mesner, die Mesnerin ist es, die am Morgen die Kirche aufsperrt und am Abend wieder schließt. Der Mesner hat sogar in vielen Pfarreien Schlüssel, die selbst der Pfarrer nicht hat. Der Mesner hat den besten Überblick, welcher Schlüssel zu welchem Schloss passt und kann auch Einlass verschaffen zu den entlegendsten Kämmerchen auf Emporen oder Dachböden seiner Kirche.

Diese Schlüsselfunktion des Mesners kann auch übertragen gesehen werden:
Wie oft ist der Mesner auch Türöffner für das eine oder andere Problem? Kleinigkeiten können es sein oder große Sorgen. Es wird schnell ein Pflaster oder eine Sicherheitsnadel benötigt, wo die Mesnerin in der Regel genauso helfen kann wie bei der Beratung, wohin sich Angehörige bei einem Sterbefall als erstes wenden sollen. Türöffner eben!
Vielleicht kommt es deshalb nicht von ungefähr, dass die Mesnerverbände im Süddeutschen Raum vor vielen Jahrzehnten ein Mesnerabzeichen entworfen haben, in dem der Schlüssel eine zentrale Rolle spielt. Sie kennen es alle!
Und vielleicht kommt es auch nicht von ungefähr, dass unser Mesnerpatron, der Hl. Bruder Konrad, nicht nur Mesner, sondern auch Pförtner, Türöffner war!

Ich darf die Schlüsselfunktion des Mesners ein zweites Mal etwas weiter und übertragen deuten, diesmal auf den Mesnerverband und dessen Arbeit.
Euer Mesnerverband darf heute zu recht groß feiern, dass er seit nunmehr 100 Jahren eine Schlüsselfunktion hat.
Er hat sich zur Aufgabe gemacht, stets offene Türen zu haben für die Anliegen der Mesnerinnen und Mesner. Er hat sich auch zur Aufgabe gemacht, Türen zu öffnen, wenn es gilt, Kollegen in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen, selbst dann, wenn alle Türen verschlossen zu sein scheinen.

Zwei dieser Türöffner Eures Mesnerverbandes möchte ich heute besonders hervorheben:
Den Vorsitzenden Jürgen Hollmann und den Präses Prälat Hans Wich.

Du, lieber Jürgen, bist schon seit über 30 Jahren Vorsitzender. Du hast den Verband in all den Jahren mit großer Umsicht und Verantwortungsgefühl geführt, und warst oft auch Türöffner, um den Verband auch über unseren Berufsstand hinaus bekannt zu machen. Du hast durch Dein vielfältiges Engagement viele Türen geöffnet, wo auch die Anliegen des Verbandes Platz finden konnten, wenn es nötig war. In dieser Schlüsselfunktion warst Du auch 13 Jahre lang Vorsitzender der ARGE – bist also auch durch Türen getreten, die vom Bamberger Mesnerverband nach außen führten.
Für all diesen Einsatz danke ich Dir seitens der ARGE sehr herzlich.

Sie, lieber Herr Prälat Wich halten dem Verband nun schon seit mehr als 20 Jahren, seit 1988 als Präses die Treue. Und dies in erstaunlicher Frische und Vitalität, bodenständig und stets mit dem Gespür, wo Hilfe und geistliche Begleitung besonders nötig sind.
Es tut gut, Sie auch in der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft seit vielen Jahren als engagiertes Mitglied zu sehen, der auch hier immer bestärkend unsere Anliegen unterstützt. Und nicht zuletzt bereichern Sie mit ihrem unerschöpflichen Humor jede unserer Veranstaltungen.
Dies ist für die Süddeutsche ARGE Grund genug, unsere Anerkennung und Wertschätzung und unseren Dank Ihnen gegenüber auch in einem sichtbaren äußerlichen Zeichen zum Ausdruck zu bringen. Weil Sie stets den richtigen Schlüssel zu uns gefunden haben, hat die Vorstandschaft der ARGE einstimmig beschlossen, Ihnen den Schlüssel im Mesnerabzeichen zu vergolden! So habe ich heute die Ehre und Freude,  Ihnen im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Mesnerverbände das Goldene Ehrenzeichen der ARGE zu überreichen.

So gratuliere ich Eurem Verband sehr herzlich zu Eurem großen Jubiläum. Ich tue dies namentlich auch im Auftrag von ARGE-Präses Prälat Josef Heigl, der ja beim Gottesdienst mit dabei war, und der gesamten Vorstandschaft.
Für die Zukunft der nächsten 100 Jahre wünsche ich Euch ein Gespür, wie die Türen zu öffnen sind: ob ein zaghaften Klopfen reicht, ob es ein heftigeres, mehrfaches Pochen sein muss oder in manchen Einzelfällen die Türe auch eingetreten werden muss.
Ich wünsche Euch das richtige „timing“, wann die Türen zu öffnen sind oder ob es manchmal vielleicht klüger ist, die eine oder andere Türe vielleicht gar nicht zu öffnen.

Ich wünsche Euch die Geduld und das Durchhaltevermögen, nicht aufzugeben, wenn der erste Schlüssel nicht passen sollte, sondern so lange alle Schlüssel durchzuprobieren, bis der richtige gefunden ist, der die Türe öffnet.

Ich wünsche Euch aber auch das Geschick und die Bereitschaft, nicht nur Türöffner, sondern wie bisher auch selbst immer wieder als Verband, im Beruf und privat die geöffnete Tür zu sein, durch die Ratsuchende gerne treten können und Hilfe erfahren!
Denn, so habt Ihr es in Eurem letzten Rundbrief geschrieben: „ER braucht dich als Werkzeug inmitten der heutigen Welt und Zeit.“

Und zu all dem wünsche ich Euch: Gottes reichen Segen!

Alles Gute Euch allen und danke für die Aufmerksamkeit!

Vorsitzender: Klaus Probst, Kapellenweg 22, 89438 Holzheim-Eppisburg