Arbeitsgemeinschaft der
Süddeutschen Mesnerverbände

Mesnerlogo
Home
 
 
 

56. Überdiözesaner Grundkurs der Mesner/Innen absolviert.

München/Freising: Im Februar bot die Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Mesnerverbände, wieder den alljährlichen Grundkurs für Hauptamtliche Mesner/innen an. Die überdiözesane Mesnerschule des Freisinger Bildungszentrums, tagte auch in diesem Jahr wieder im Pallotti Haus, da die Räume des Kardinal-Döpfner-Hauses wegen Sanierung geschlossen sind. So konnte am 5. Februar der Geistliche Leiter Dr. Otto Mittermeier und Schulleiter Herr Martin Thullner wieder 24 Hauptamtliche Mesner, davon 7 Mesnerinnen in Freising begrüßen.

Da es leider oftmals für Außenstehende nicht ganz bewusst ist, welche vielseitigen Aufgaben ein Mesner zu erledigen hat, wurde durch den umfangreichen Lehrplan, wieder einmal sehr deutlich. Es ist eben nicht nur „Glockenläuten und Beten“! Der Mesner ist, und hat durch seine Funktion, die rechte Hand des Priesters zu sein, und das Bild seiner Kirche mit nach außen zutragen, und in seiner Tätigkeit, mit ein Zeichen der Gemeinschaft in Christus zu geben. Der Lehrplan führte also die Teilnehmer über theoretisches Wissen wie z. B. Bibelkunde, oder über ganz praktische Arbeiten, wie man einen Kelch sauber hält, durch. Zu Beginn des Kurses erkundete man mit einer Führung aber erst einmal den Domberg in Freising, mit seiner über tausendjährigen Geschichte und historischen Bedeutung, sowie das Leben des Hl. Korbinian, den Gründer des Bistums und Hochstifts Freising. Nach dieser beeindruckenden Besichtigung, hieß es für die Teilnehmer wieder die Schulbank zu drücken. Herr Thullner konnte auch diesmal für die unterschiedlichen Themen, wieder hervorragende Dozenten gewinnen. Viele von ihnen gehören schon seit vielen Jahren der Mesnerschule an, und weckten durch ihre Freude und ihr „Know How“ das Interesse der Teilnehmer. Die Themen des Grundkurses setzten sich aus den vielfältigen Aufgaben des Mesners zusammen. Von der bayrischen Wachszieherinnung referierte Herr Albertshauser und Herr Reich, über den Einsatz und der Behandlung von Kerzen in Kirchenräumen und ihrer Wirksamkeit des Lichtes der Flamme in der Kirchengeschichte, welches ohne die Kerze nicht vorstellbar wäre. So entzünden wir Jahr für Jahr das Licht der Welt in der Osternacht als Zeichen für Christus.

Ebenso wichtig für die Geschichte der Kirche, sind die Glocken, welche vor allem im Mittelalter nicht wegzudenken gewesen wären. Gerald Fischer Kirchenmusikdirektor und Glockensachverständiger der Erzdiözese München/Freising erläuterte die Geschichte und Bedeutung der Kirchenglocken. Glocken sind vor allem als hörendes Zeichen der Verkündigung und Botschaft Jesu gewidmet. Sie sollen vor allem Freude und Lobpreis bei den unterschiedlichsten Anlässen verkünden. Herr Fischer ging aber auch auf die besondere Verantwortung, zur Erhaltung und Betreuung der Kirchenglocken, sowie einer sinnvollen Läuteordnung ein.
Einen Großteil des Mesnerkurses beinhaltete Liturgik und Sakramenten Spendung. Geistlicher Leiter Herr Dr. Otto Mittermeier erläuterte in seinen Ausführungen die Bedeutung des liturgischen Raumes der Kirche und seinen Aufbau. Vor allem aber was in der Liturgie und in der Sakramentenspendung zu beachten sind. Aufbau der Eucharistiefeier, besondere Formen der Feier, vor allem in der Karwoche und bei den Sakramenten, Zeichen und Symbole im Gottesdienst. Auch einen sehr kurzweiligen und durchaus mit Spannung und viel Interesse verfolgten Unterricht bot Herr Friedrich Bernack, in die Einführung der Bibel. Herr Bernack erklärte wie die Bibeltexte zusammenhängen, und welchen Verlauf sie in der Geschichte gemacht haben. Durchaus, gibt es daher immer noch Streitigkeiten von Bibelwissenschaftlern wie man die Urtexte in der heutigen Umgangssprache formuliert. Die Heilige Schrift fordert uns daher immer, die Texte neu zu definieren. Mit soviel theologischem Grundwissen, mussten nun aber die Teilnehmer auch ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
So ging es unter Anleitung von Landschaftsarchitektin Frau Helga Briemle an das schneiden der Rosensträucher im Pallotti Haus. Da haben sich die Patres gefreut! Mal sehen ob die Rosen nochmal blühen? Nicht nur im Umgang mit Pflanzen wurden die Mesner geschult, sondern auch im Vortragen von Lesungen. Wie und wann man Betonungen setzt, und auf eigene Verständlichkeit achtet, wurde von Frau Helene Aumer erläutert. Ebenso wurden die Mesner von Frau Wicht von der VBG-Berufsgenossenschaft, auf Unfallschutz und Unfallverhütung, und von der Versicherungskammer Bayern, Herr Michael Lorenzet und Herr Klaus Leuthner, für Versicherung und Haftung aufgeklärt. Einen besonders kreativen Tag durften die Lehrgangsteilnehmer in der Weihenstephaner Fachschule für Blumenkunst verbringen. Hier konnten sie ihr Können unter Beweis stellen und selbst als Florist tätig sein. Unter Anleitung von Herr Neidiger, Fachreferent für Blumenkunst wurden einige sehr schöne Gestecke und Blumenstehlen kreiert. Für das Thema „Pflege und Erhaltung liturgischer Geräte und Kunstgegenstände“ fuhr man eigens mit einem Bus nach Neumarkt St. Veit in Niederbayern, wo das Diözesane Kunstdepot der Erzdiözese München und Freising untergebracht ist. Frau Bauer-Empl, Diözesanrestauratorin erklärte worauf es bei der Pflege der Kunstgüter ankommt. Herr Dr. Hans Rohrmann erläutere die kirchliche Denkmalpflege und führte die Mesner/Innen durch die Hallen. Frau Theresia von Waldburg referierte dort über Paramentenpflege und Textilrestauration und Herr Rudolph Metallrestaurator über Behandlung, Lagerung und Pflege alle Liturgischen Geräte wie Kelche, Monstranzen usw. Koda-Mitglied und ARGE-Vorsitzender Klaus Probst brachte uns an einem Abend das Arbeitsrecht, z.B. Stundenberechnung, Feiertagsausgleich, Urlaubsanspruch usw. näher.

Die drei Wochen des Lehrgangs hindurch war stets Schulleiter Martin Thullner für sämtliche organisatorischen Abläufe zuständig, und war für die Teilnehmer bei Problemen gleich zur Stelle, um zu Helfen, und hatte für jeden ein offenes Ohr. Herr Thullner führte auch durch den praktischen Lehrgang, in Kirche und Sakristei, und sprang auch kurzerhand ein, wenn ein Referent ausfiel. Nach drei Wochen Intensivkurs konnten die Mesner/innen am 22. Februar ihre Prüfung in Theorie und Praxis ablegen. Zum Prüfungstermin, der von den Leitern Herr Thullner, Herr Bernack, und Herr Dr. Otto Mittermeier abgenommen wurde, kam auch zum Überreichen der Urkunden und Gratulation der Diözesanleiter des Münchner Mesnerverbandes Herr Edward Kadoch hinzu. Am Abend feierte man noch in der Pallotti Kirche einen Gottesdienst, den Dr. Mittermeier sehr feierlich gestaltete.
Die Teilnehmer konnten beim Anschluss Abend ihre Urkunden zum bestandenen Mesnerkurs mit Freude in Empfang nehmen. Am Schluss überraschten die Teilnehmer die Referenten noch mit zwei eigens geschriebenen Liedern, und überreichten zum Dank an Herrn Martin Thullner einen Präsentkorb.
Der 56. Überdiözesane Mesnerkurs endete nach einer gemütlichen Runde in die Nacht hinein im Freisinger Pallotti Haus. So konnten dann alle Teilnehmer am Freitag wieder die Heimreise antreten, um das gelernte in ihrer Arbeit in den Gemeinden mit einbringen, und umzusetzen, wie eine Passage im Mesnergebet heißt: „Die Schönheit und Zierde deines Hauses soll mein Anliegen sein, und dir zur Ehre dienen“.

Bericht wurde geschrieben vom Teilnehmer:
Thomas Tremmel

 
Vorsitzender: Klaus Probst, Kapellenweg 22, 89438 Holzheim-Eppisburg